Lyrikmail #96 Lenau

Lenau (1802-1850)

Dein ist mein Herz

Dein ist mein Herz,
mein Schmerz dein eigen
und alle Freuden die es sprengen;
dein ist der Wald,
mit allen Zweigen,
den Blüten allen und Gesängen.

Dein ist mein Herz,
mein Schmerz dein eigen
das Liebste, was ich mag erbeuten
mit Liedern die mein Herz entführten,
ist mir ein Wort daß sie dich freuten,
ein stummer Blick,
daß sie dich rührten.

[Ask] [del.icio.us] [Digg] [Facebook] [Google] [LinkedIn] [Mister Wong] [MySpace] [Technorati] [Windows Live] [Yahoo!] [Email]

Lyrikmail #95

Anna Louisa Karsch (1722-1791)

Mein Herz und ich

Deckt noch der Schlaf dein Auge zu,
Mein Liebster? O, um süßer dich zu denken,
Laß ich die Trunkenmacherin, die Ruh,
Aus ihrem Kelch mich minder tränken.

Du wachst vielleicht, durch Glockenschlag
Aus sanfter Ruh, aus süßem Schlaf gestöret,
Ich wache, weil mein Herze Nacht und Tag
In sich laut deinen Namen höret.

[Ask] [del.icio.us] [Digg] [Facebook] [Google] [LinkedIn] [Mister Wong] [MySpace] [Technorati] [Windows Live] [Yahoo!] [Email]

Lyrikmail #94

Alexander Gumz (*1974)

so hab ich
seit jahren nicht
dazwischen gesagt

so durch die steine
geschlagen
den bauch voran

alles ist mir recht

[Ask] [del.icio.us] [Digg] [Facebook] [Google] [LinkedIn] [Mister Wong] [MySpace] [Technorati] [Windows Live] [Yahoo!] [Email]

Lyrikmail #93

Max Dauthendey (1867-1918)

Ich grübe mir gern in die Stille ein Grab

Ich fühle mich tot, als wär ich erfroren,
Als hätt sich die Welt zu sterben verschworen.
Ich grübe mir gern in die Stille ein Grab
Und warte begraben deine Wiederkehr ab.

Vom langen Warten versteinern die Wangen,
Doch lebt auch im Stein noch ein sehnend Verlangen.
Ich weiß nur, daß ich nicht fühlen will;
Vielleicht steht dann endlich das Warten still.

Der Wind, der heult vor den nächtlichen Toren,
Als würde da draußen nur Unglück geboren.
Er klagt wie ein Hund in die Leere hinein,
Und stets drängen Hunger und Sehnsucht herein.

[Ask] [del.icio.us] [Digg] [Facebook] [Google] [LinkedIn] [Mister Wong] [MySpace] [Technorati] [Windows Live] [Yahoo!] [Email]

Lyrikmail #92

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Der Dichter

Du entfernst dich von mir, du Stunde.
Wunden schlägt mir dein Flügelschlag.
Allein: was soll ich mit meinem Munde?
mit meiner Nacht? mit meinem Tag?

Ich habe keine Geliebte, kein Haus,
keine Stelle auf der ich lebe
Alle Dinge, an die ich mich gebe,
werden reich und geben mich aus.

[Ask] [del.icio.us] [Digg] [Facebook] [Google] [LinkedIn] [Mister Wong] [MySpace] [Technorati] [Windows Live] [Yahoo!] [Email]

Nächste Seite →