Lyrikmail #826 Dauthendey

Max Dauthendey (1867-1918)

Im Grund deiner Augen

Im Grund deiner Augen steht meine Welt auf dem Kopf,
Dort lächle ich meinen Feinden zu und küsse dem Tod die Finger.

Klopfe an mit dem warmen Hammer in deiner Brust,
Es ist ein Schatz in meinem Meer. Täglich ging ich hinter dir her,

Sammelte deine Worte und deine Gebärde, zog Gold darum
Und versteckte sie unter roter Erde in einem roten Meer.

aus: Die ewige Hochzeit. Liebeslieder

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Lyrikmail #813 Geibel – Im Mittag glänzt die Sonne

Im Mittag glänzt die Sonne,
Es schweigt die See und ruht;
Blaugrün wie eines Pfauen Hals
Herschillert ihre Flut.

Ich lieg’ auf warmer Düne,
Vom feuchten Hauch gekühlt,
Und kann nicht satt mich schauen,
Wie Farb’ in Farbe spült;

Wie blendend ihre Schwingen
Die Möwe senkt und hebt
Und traumhaft fern am Horizont
Des Dampfschiffs Säule schwebt.

Emanuel Geibel (1815-1884)

aus: Spätherbstblätter. Ostseelieder (1877)

 

Spätherbstblätter – Kindle Edition

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