American Life in Poetry: Column 105
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE, 2004-2006
Laundry
All our life
so much laundry;
each day’s doing or not
comes clean,
flows off and away
to blend with other sins
of this world. Each day
begins in new skin,
blessed by the elements
charged to take us
out again to do or undo
what’s been assigned.
From socks to shirts
the selves we shed
lift off the line
as if they own
a life apart
from the one we offer.
There is joy in clean laundry.
All is forgiven in water, sun
and air. We offer our day’s deeds
to the blue-eyed sky, with soap and prayer,
our arms up, then lowered in supplication.
Reprinted from “Making the Bed,” Main Street Rag Press, 2004, by permission of the author. Copyright © 1995 by Ruth Moose, whose latest book of poetry, “The Sleepwalker,” Main Street Rag, due out in 2007. This weekly column is supported by The Poetry Foundation, The Library of Congress, and the Department of English at the University of Nebraska, Lincoln. This column does not accept unsolicited poetry.
Lyrikmail #1508
Christian Morgenstern
Die Behörde
Korf erhält vom Polizeibüro
ein geharnischt Formular,
wer er sei und wie und wo,
welchen Orts er bis anheute war,
welchen Stands und überhaupt,
wo geboren, Tag und Jahr.
Ob ihm überhaupt erlaubt,
hier zu leben und zu welchem Zweck,
wieviel Geld er hat und was er glaubt.
Umgekehrten Falls man ihn vom Fleck
in Arrest verführen würde, und
drunter steht: Borowsky, Heck.
Korf erwidert darauf kurz und rund:
»Einer hohen Direktion
stellt sich, laut persönlichem Befund,
untig angefertigte Person
als nichtexistent im Eigen-Sinn
bürgerlicher Konvention
vor und aus und zeichnet, wennschonhin
mitbedauernd nebigen Betreff,
Korf. (An die Bezirksbehörde in – ).«
Staunend liest’s der anbetroffne Chef.
Lyrikmail #1507
Adolf Glaßbrenner
Warum denn?
Warum ist’s denn mit großen Herrn
Nicht räthlich, Kirschen essen?
Weil sie vielleicht vergessen,
Daß uns von Gott, dem größten Herrn,
Die Früchte gleich gemessen?
Trüg’ einer Orden, Band und Stern,
Wollt’ mit mir Kirschen essen,
Stracks wär’ ich so vermessen!
»Wie Du eß’ ich die Kirschen gern,
Laß uns zusammen essen.«
Und ließe er mir nur den Kern,
Wollt’s Fleisch alleine essen,
Schlüg’ ich ihm in die Fressen!
Drum sagt, warum’s mit großen Herrn
Nicht räthlich, Kirschen essen?
Lyrikmail #1506
Friedrich Hölderlin
Der Winkel von Hardt
Hinunter sinket der Wald,
Und Knospen ähnlich, hängen
Einwärts die Blätter, denen
Blüht unten auf ein Grund,
Nicht gar unmündig.
Da nämlich ist Ulrich
Gegangen; oft sinnt, über den Fußtritt,
Ein groß Schicksal
Bereit, an übrigem Orte.
Lyrikmail #1505 Bresemann
Tom Bresemann
im fernsehn kopuliert Shakira
mit einem stuhl.
im fenster ist der himmel
blau.
die zigaretten schmecken frisch.
nach diesem winter
lassen wir alle blumen stehn
und kapfen an
daz werde wip. der frühling
ist ein videoclip.
der stuhl ist durch,
jetzt kommt der tisch.
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