Lyrikmail #2039 lafleur

blick in den himmel

gestaltlose kaskaden, nonsenseinheiten
die aus den schuszloechern im himmel
stuerzen. nichts prasselt auf die daecher
die hubschrauber sind schon da. gezilpe

gezalpe. lauter transparente partituren
da oben, mit geheimtinten immer wieder
neu verfaszt. das lied der rheumatischen
voegel: wie hymnisch, welch ein pathos!

flug & unflug, noch so zwei halbgare
menschheitstraeume. kopf im nacken
das sind aber huebsche soldatinnen
die jetzt die schuszloecher zuspachteln

stan lafleur (*1968)

stan lafleur, mittelbadisch-rheinischer Dichter mit Wohnsitz in Köln, hat ein
Jahr lang an verschiedenen Punkten der Welt seinen Kopf in den Nacken gelegt, um
in den Himmel zu blicken. Herausgekommen sind dabei Gedichte über zahlreiche,
letztlich durchaus irdische Fänomene wie Gott, Banken, Autounfälle und die irren
Farben der 1970er Jahre. lafleurs Gedichte schweben zwischen Räumen und Zeiten,
und an großzügigen Tagen gab der Himmel gar rare Blickfluchten Richtung Kosmos frei.

stan lafleur: blick in den himmel (22 gedichte), fixpoetry leseheft no. 11, Verlag
im Proberaum 3, Klingenberg, 6.90 Euro (plus 1.60 Euro/3.50 Euro Porto für Inland/Ausland),
ISBN 978-3-94 1296-10-7 im Internet bestellbar unter:  fixpoetry.com/shop/

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