Lyrikmail #2486 Dauthendey – Das Laub, das im Sommer so rauschend

Das Laub, das im Sommer so rauschend sang,
Das Laub ist von den Bäumen gestiegen.
Voll stiller Blätter, gelb und braun,
Liegen noch stiller die stillen Wege.

Wie Duft von tausend Küssen und Tränen
Schweben Nässen über den Blättern,
Über den tausend herben Blättern,
Die nun sterben.

Max Dauthendey (1867-1918)

der Autor: geb. am 25.Juli 1867 als jüngster Sohn wohlhabender Eltern in Würzburg, sein Vater war ein bekannter Fotograf, in dessen Atelier der junge Dauthendey auf Wunsch des Vaters von 1886 bis 1889 als Fotograf arbeitet, 1891 zieht er nach Berlin, um dort zu dichten, nach 2 Jahren beginnt er ein ruheloses Wanderleben u. bereist die gesamte Welt, bei seinem Aufenthalt in Java wird er vom 1. Weltkrieg überrascht u. kann trotz emsiger Bemühungen vieler Verwandter u. Freunde, darunter auch Romain Rolland u. Bernhard Shaw, nicht heimkehren und stirbt an Malaria am 29. August 1918 in Malang/Java.

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